Corona: Werden Zinsen nun steigen?

Corona: Werden Zinsen nun steigen?

Artikel im Überblick
  • Vor Ausbruch der Corona Krise lagen Zinsen auf ihrem Allzeittief.
  • Nach Verschlechterung der Situation sieht man bereits jetzt ein Anziehen langfristiger Kapitalmarktzinsen.
  • Aufgrund der Verschuldung in den Industriestaaten scheint der Boden für Zinsen überschritten.
  • Zwar werden Zentralbanken alles dafür tun, um Zinsen weiterhin niedrig zu halten, das Allzeittief war jedoch erreicht.

Zinsen, insbesondere Bauzinsen, lagen vor Ausbruch der Corona Krise auf ihrem Allzeittief. Es war gang und gäbe, eine 10-jährige Zinsfestschreibung zu unter 1 % zu generieren. Bereits jetzt steigen Zinsen. Insbesondere die Verschuldung der Länder ist hier zu berücksichtigen.

Der Boden für Zinsen ist erreicht

Lange hat man darüber diskutiert, wann der Boden für Bauzinsen erreicht sein könnte. Jede schlechte konjunkturelle Nachricht führte dazu, dass Zinsen, zumindest in Deutschland, weiter fielen. Bauzinsen von deutlich unter 1 %, in manchen Fällen sogar unter 0,5 %, gab es immer öfter. Nun könnte man glauben, dass auch diese Krise wieder dazu führt, dass Zinsen weiter fallen. Das Gegenteil ist jedoch der Fall: Das massive Einschreiten praktisch aller Länder auf der Welt, um die Krise zu lösen, hat zu einer dramatischen Verschuldung dieser Länder geführt. Dies hat zur Konsequenz, dass die Bonität dieser Länder schlechter wird, Marktteilnehmer also höhere Zinsen für Staatsanleihen verlangen. Da sich Kreditzinsen wiederum an diesen Anleihen-Kursen orientieren, steigen nun auch diese. Kreditzinsen, die vor 2 Monaten noch bei unter 1 % lagen, liegen momentan deutlich darüber. Zwar sehen wir nicht, dass sich Zinsen nun in einem rasanten Tempo bewegen, auch die Notenbanken werden dafür sorgen, dass ein dramatischer Auftrieb immer gebremst werden würde, das Niveau vor der Corona Krise war jedoch zinstechnisch so niedrig, dass ein leichtes Aufbäumen dieser Zinsen theoretisch nicht ins Gewicht fällt. Für Kreditnehmer, die jedoch sehr eng kalkulieren, hat dieser Aufschlag nun jetzt dazu geführt, dass sie beabsichtigte Finanzierungen zum Teil nicht weiterverfolgen. Wir gehen davon aus, dass sich Zinsen in den nächsten Monaten zwar seitwärts bewegen, eine gewisse Dynamik nach oben wird jedoch, auch in Deutschland, gegeben sein.

Wie sollten sich Kreditnehmer nun verhalten?

Wir haben unsere Kunden schon seit Jahren darauf hingewiesen, dass der Zins nicht die einzige Komponente bei der Entscheidung einer Baufinanzierung sein kann. Zwar ist der Zins sehr wichtig, und ein niedriger Zins führt zu einer hohen Liquidität, Zinsen von jenseits unter 1 % können jedoch generell, auch ohne Corona, niemals als Normalität angesehen werden. Wir haben Kreditnehmern daher immer dazu geraten, eine Finanzierung mit einem niedrigen Zins auch immer mit einer hohen Tilgung zu versehen. Kreditnehmer sollten sich genau dies jetzt vor Augen führen. Sollte ein Zinsaufschlag von 0,3 % oder 0,4 % bereits jetzt dazu führen, dass Finanzierungen untauglich erscheinen, dann war die Finanzierung auch vorher nicht klug berechnet. Auf der anderen Seite sind Zinsen auch momentan immer noch so niedrig, dass das Niveau durchaus ausgenutzt werden kann, wenn die Liquidität des Kreditnehmers dies erlaubt. Immer sollte ein hohes Tilgungsmaß angesetzt werden, da die Zinsgefahr nach Auslauf der Zinsverschreibung immer groß ist.

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