Bayer - Niedergang oder Jahrhundertchance

Bayer – Niedergang oder Jahrhundertchance?

Nach der Übernahme des amerikanischen Chemiegiganten Monsanto steht Bayer am Scheideweg. Aufgrund gewonnener Klagen möglicher gesundheitlich Betroffener in den USA ist der Aktienkurs dramatisch gesunken. Langfristig besteht unter Berücksichtigung von Volatilität eine große Chance.

Artikel im Überblick
  • Der Kauf von Monsanto hat sich für Bayer als Milliardengrab erwiesen
  • Die finanzielle Stabilität wird von Analysten in Frage gestellt
  • Der Aktienkurs ist dramatisch gefallen, hohe Abschreibungen im Milliardenbereich sind wahrscheinlich
  • Langfristig hat die Aktie aufgrund ihrer grundsätzlichen Beständigkeit hohes Potential

Übernahme von Monsanto war ein Fehler

So wie wir es in der Vergangenheit bereits oftmals gesehen haben, hat sich eine gigantische Übernahme eines deutschen DAX-Schwergewichts als kapitaler Fehler erwiesen. Der Vorstand der Bayer AG hatte seit Jahren das Ziel, mit Monsanto einen amerikanischen Chemiegiganten an Bord zu holen, um so weltweit an kapitalistischer Macht zu gewinnen. Die Übernahme sollte nicht nur dazu führen, dass Synergien gehoben werden und der Umsatz gesteigert wird. Bayer stieg durch die Übernahme auch im Chemie- und Pflanzenschutzmittelbereich auf einmal zum Weltmarktführer auf. Wir sind fest davon überzeugt, dass diese Entscheidung ökonomisch falsch und nur Ausdruck des Wunsches nach größerer Macht gewesen ist.

Relativ zeitnah nach der Übernahme von Monsanto kam es zu ersten Klagen möglicher durch das Pflanzenschutzmittel Glyphosat geschädigter Personen in den USA. Menschen, die an Krebs erkrankten, machten Glyphosat hierfür verantwortlich und verklagten das Unternehmen Monsanto. Es wurde argumentiert, dass das Pflanzenschutzmittel zum einen krebserregend sei und das Unternehmen absichtlich auf dieses Risiko nicht hingewiesen habe. Die ersten drei Prozesse haben die Kläger erstinstanzlich gewonnen. Die Juries in den USA sahen es als erwiesen an, dass Monsanto absichtlich über Risiken des Pflanzenschutzmittels getäuscht hat und somit böswillig Krebserkrankungen hervorgerufen hat. Die Urteile führten dazu, dass der Aktienkurs der Bayer AG von über € 100,- auf zeitweise unter € 50,- fiel. Aufgrund der Tatsache, dass über 10.000 Klagen anhängig sind und es bei jeder Klage um viele Millionen Dollar geht, fürchtet der Markt ein großes Liquiditätsrisiko für Glyphosat und damit letztlich auch für den Mutterkonzern Bayer. Manche Ökonomen gehen davon aus, dass dieses Risiko im Aktienkurs von Bayer noch immer nicht richtig berücksichtigt sei. Sollten alle Klagen – oder zumindest ein Großteil – Erfolg haben, könne Monsanto für Bayer zum Insolvenzrisiko werden. Die Aktie steht weiterhin auf dem Abstellgleis.

Bayer wird Monsanto verkraften

Die Entscheidung der Übernahme von Monsanto war ein kapitaler Fehler. Wir gehen davon aus, dass es zu weiteren erfolgreichen Verfahren gegen Monsanto kommen wird, zumindest erstinstanzlich. Noch vertritt Bayer die Rechtsauffassung, dass die meisten Klagen abgewiesen werden, da es fachlich erwiesen ist, dass Glyphosat nicht krebserregend sei. Die Gesellschaft verkennt hierbei, dass Gerichtsentscheidungen, vor allem in den USA, zumindest nicht zu 100% auf sachlichen Entscheidungen basieren. Vielmehr erscheint es möglich, dass das Gericht Ermessensentscheidungen trifft und der Klägerseite mehr Glauben schenkt. Wir gehen daher weiterhin von substantiellen Gefahren gerichtlicher Auseinandersetzungen aus.

Wie immer bei der Aktienanlage betrachten wir die Angelegenheit jedoch erstens sachlich und zweitens langfristig. Wir sind der festen Überzeugung, dass der Fall Monsanto für Bayer zu einer milliardenschweren Abschreibungslast führen wird. Wir glauben, dass die Höhe einer solchen Abschreibung durchaus im Bereich von mehreren Milliarden Euro liegen kann, die sich wahrscheinlich aus einem Vergleich ergeben werden. Diese Abschreibung wird dazu führen, dass Bayer im jeweiligen Bilanzjahr wahrscheinlich einen Verlust schreiben und die Dividende für das Folgejahr streichen wird. Hiermit ist die Sache dann aber auch erledigt. Es darf bei allem nicht verkannt werden, dass Bayer noch andere Produkte verkauft als Glyphosat. Hierbei handelt es sich um Produkte, die einen völlig geordneten, soliden und langfristigen Cashflow generieren und in der Zukunft zum Erfolg des Unternehmens beitragen werden. Wenn eine Abschreibung aufgrund eines Vergleichs erfolgt, gehen wir von einer Trendwende aus und sind davon überzeugt, dass die Aktie ihre Allzeithochs wieder erreichen wird.

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