Politische Börsen haben lange Beine

Politische Börsen haben lange Beine

Artikel im Überblick
  • Lange hatten politische Auseinandersetzungen nur kurzfristige Auswirkungen auf Finanzmärkte
  • Immer stärker werdende Auseinandersetzungen auf politischer Ebene ändern dieses Bild
  • Insbesondere der Protektionismus führt zu einem starken Abflauen der Wirtschaft
  • Langfristig haben politische Turbulenzen jedoch weiterhin nur bedingt Auswirkungen

Oftmals haben politische Turbulenzen in der Vergangenheit nur geringe Auswirkungen auf die Börsen gehabt. Immer stärker werdenden politische und geopolitische Konflikte führen jedoch momentan zu einem deutlichen Abschwung. Mittel- bis langfristig sollte das Marktgleichgewicht jedoch wieder Oberhand gewinnen.

Politische Börsen hatten oftmals nur kurze Beine

Politisches Handeln war in der Vergangenheit vielfach geprägt von kurzfristigen Initiativen, um politische Interessen zu bedienen. Auch wenn politische Konflikte natürlich immer die Eigenschaft haben, die Konjunktur und die Märkte zu beeinflussen, waren die Auswirkungen politischen Handelns oftmals gering. Die Märkte gingen in der Regel davon aus, dass kurz- oder mittelfristige politische Auseinandersetzungen am Ende des Tages immer eine solide Lösung erfahren werden, da die Politik niemals die Konjunktur abwürgen will. So hat selbst die Ernennung von Donald Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten im Jahre 2016 nicht dazu geführt, dass es große Marktturbulenzen gegeben hat. Im Gegenteil: die Börsen sind ab dem Jahre 2016 sogar rasant gestiegen. Auch innerpolitische Konflikte in der Eurozone, wie zum Beispiel die Griechenland- oder Italienkrise hatten immer nur kurze Auswirkungen auf den Kapitalmarkt. Schnell haben sich die Märkte immer wieder beruhigt und sind zur Tagesordnung übergegangen. Aus diesem Grunde wurde das Sprichwort geboren, dass politische Börsen stets kurze Beine haben, also allenfalls eine kurze Reaktion an den Finanzmärkten zur Folge haben, langfristig jedoch die Märkte nicht beherrschen.

Politische Börsen werden immer komplizierter

Politische Konflikte und Auseinandersetzungen haben in der letzten Zeit dazu geführt, dass die Politik immer stärker auf die Konjunktur wirkt. So wurde das protektionistische Handeln des amerikanischen Präsidenten Trump am Anfang nicht wirklich ernst genommen. Man ging davon aus, dass jeder Staatschef am Ende des Tages nicht beabsichtigt, die Konjunktur zu untergraben, indem er politische Ambitionen weckt, die ökonomisch unvertretbar sind. Die immer stetigere Zunahme von Zöllen und einer offenen Auseinandersetzung mit China haben den Markt jedoch überrascht. Es scheint nun so zu sein, dass nicht das ökonomische Gleichgewicht und das Prosperieren der Wirtschaft im Vordergrund stehen, sondern ökonomisch zum Teil unvertretbares, politisch jedoch vorteilhaftes Handeln. Nicht nur in den USA ist eine solche Haltung zu erkennen. Auch die italienische Regierung, vor allem getragen durch den Innenminister Salvini, neigt dazu, durch populistisches Handeln ihre Wählerschaft zu bedienen, auch wenn dies massiven Schaden für die Konjunktur haben könnte. So wird in Italien das hohe Staatsdefizit völlig unverantwortlich behandelt, die Schulden immer weiter erhöht und somit sogar ein Ausscheiden Italiens aus der Eurozone befeuert. Das alles nur, um durch populistisches Handeln Wähler zu bedienen.

Langfristige Auswirkungen von politischen Turbulenzen

Auch wenn – wie oben beschrieben – politische Turbulenzen immer schwerer zu werden scheinen, und letztlich auch große Auswirkungen auf die Kapitalmärkte haben, gehen wir davon aus, dass politische Börsen zumindest nicht langfristig lange Beine haben. Zum einen gehen wir davon aus, dass eine populistische Regierung eines Landes letztlich nur für eine bestimmte Periode die Möglichkeit haben wird, Turbulenzen an den Märkten auszulösen. So wird zum Beispiel im nächsten Jahr in den USA über die neue Präsidentschaft entschieden. Sollte es Donald Trump nicht schaffen, wiedergewählt zu werden, würde dies einer dramatischen Entspannung der Handelskonflikte in der Welt gleichkommen. Im Hinblick auf die italienische Regierung gilt das Gleiche. Natürlich ist es nicht ausgeschlossen, dass solche populistischen Regierungen auch wiedergewählt werden. Letztlich werden jedoch die Marktkräfte einer tiefen Rezession, die auf falschen ökonomischen Entscheidungen beruht, Regierungen zum Einlenken bewegen.

Anleger sollten daher in Tagen wie diesen einen kühlen Kopf bewahren. Die Kurse sind nun bereits ein Stück weit zurückgegangen. Es bieten sich sehr gute Einstiegsmöglichkeiten an.

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