China Aktien und der Handelskrieg

China-Aktien und der Handelskrieg

Chinesische Unternehmen sind grundsätzlich sehr exportlastig und leiden massiv unter bestehenden Importzöllen. Der Ausgang der Handelsauseinandersetzung zwischen den USA und China ist offen. Kurz bis mittelfristig besteht das Risiko hoher Volatilität. Langfristig ist das Potential chinesischer Aktien sehr hoch.

Artikel im Überblick
  • Chinesische Aktien sind in weiten Teilen exportlastig
  • Der bestehende Handelskrieg zwischen den USA und China führt zu Unsicherheit
  • Chinesische Aktien leiden im Rahmen ihrer Bewertung unter potentiellen Umsatzeinbußen
  • Langfristig bieten chinesische Aktien großes Potential

Export als treibende Kraft der chinesischen Konjunktur

Die chinesische Wirtschaft ist seit etwa 30 Jahren dadurch geprägt, dass insbesondere der Export von Gütern aufgrund relativ gesehen niedriger Erstellungskosten Haupttreiber des Wirtschaftswachstums ist. Das Phänomen „made in China“ hat dazu beigetragen, dass chinesische Güter aufgrund eines freien Welthandels den Import in praktisch alle renommierten Industriestaaten gefunden haben. Hierdurch sind Gewinne chinesischer Unternehmen dramatisch gestiegen und das chinesische Bruttoinlandsprodukt derart gewaltig gewachsen, dass es die USA in absoluten Zahlen innerhalb der nächsten 10 – 15 Jahre überholen wird. Diesem starken Exportmodell steht ein ebenso immer größer werdender Binnenmarkt entgegen. Aufgrund seiner schieren Bevölkerungszahl ist der chinesische Markt insbesondere für exportorientierte Unternehmen aus Industrienationen besonders relevant. Ein freier Handel zwischen China und der westlichen Welt hat somit in den letzten Jahren und Jahrzehnten dazu geführt, dass nicht nur die hieran beteiligten Unternehmen überproportional profitiert haben. Auch der Wohlstand für das chinesische Volk hat letztlich enorm zugenommen, in dem viele Menschen Arbeit gefunden haben, die vorher nicht beschäftigt waren.

Der Handelskrieg als scharfer Einschnitt in das chinesische Modell

Nach der Ernennung Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten Anfang des Jahres 2017 hat sich das Bild des erfolgreichen Chinas dramatisch gewandelt. Aus makroökonomisch nicht zielführenden Erwägungen sah es der amerikanische Präsident als erwiesen an, dass ein deutlicher Exportüberschuss aus China zu einem Wohlstandsverlust der Vereinigten Staaten von Amerika geführt hat. Aus diesem Grunde begann er Ende des Jahres 2017, vor allem aber im Laufe des Jahres 2018 damit, Strafzölle auf chinesische Importe zu verhängen. Nach getätigten Gegenreaktionen seitens Chinas wurden diese Importzölle immer wieder erhöht und betreffen nun fast alle chinesischen Importe schlechthin. Zölle führen dazu, dass Unternehmen, wenn sie denn ihre Waren in das betreffende Land exportieren wollen, entweder die Preise erhöhen müssen, um ihren Status Quo beizubehalten, oder aber deutlich niedrigere Margen kalkulieren müssen. Sollte es nicht möglich sein, bestehende Importzölle auf den Verbraucher abzuwälzen, führen Importzölle also zu einem Gewinnverlust für exportorientierte Unternehmen. Da der chinesische Aktienmarkt nun besonders von diesen exportlastigen Unternehmen geprägt ist, ist der Handelskrieg eine wirkliche Gefahr für chinesische Aktien.

Mittel- und langfristige Perspektive

Nichts im Leben ist für die Ewigkeit. Nach dieser Prämisse sollte auch das vorliegende Phänomen evaluiert und behandelt werden. Der bestehende Handelskonflikt führt momentan zu einem Höchstmaß an Unsicherheit und auch zu einem deutlichen Abflauen der wirtschaftlichen Parameter. Es ist ferner nicht davon auszugehen, dass dieser Konflikt innerhalb der nächsten Tage oder Wochen gelöst werden kann. Die Unsicherheit bleibt daher besonders hoch. Es kann ebenfalls nicht ausgeschlossen werden, dass der amerikanische Präsident im nächsten Jahr wiedergewählt wird und diese protektionistische Haltung beibehält.

Dennoch ist davon auszugehen, dass letztlich die Vernunft der Personen, die über diese Angelegenheit befinden, überwiegen wird. Letztlich führt nur freier Handel zu Wohlstand und letztlich auch zu Erfolg und Misserfolg eines amerikanischen Präsidenten. Wir gehen daher davon aus, dass früher oder später eine Lösung gefunden werden kann, sei es unter Umständen sogar auf Grundlage eines Börsencrashs. Insgesamt sind chinesische Aktien aufgrund der enormen Stärke der chinesischen Konjunktur langfristig besonders geeignet und zumindest in einem diversifizierten Aktiendepot zu berücksichtigen. Auf die Sicht der nächsten 10 Jahre ist von einer höheren Rendite auszugehen als bei Aktien der altbekannten Industrienationen.

Jordan Capital als Vermögensberater

Als einer der renommiertesten Vermögensberater berät Jordan Capital seine Kunden im Bereich von Emerging Markets und auch chinesischen Aktien. Hierbei kann im Rahmen der Vermögensberatung eine individuelle Anlagestrategie gefunden werden, die die Chancen und Risiken des chinesischen Aktienmarktes berücksichtigt. Melden Sie sich gerne, wir beraten Sie.