Die größte Blase aller Zeiten

Die größte Blase aller Zeiten

Artikel im Überblick
  • Sämtliche deutsche Anleihen rentieren im negativen Bereich
  • Auch hoch verschuldete Staaten wie Griechenland oder Italien können fast kostenlos refinanzieren
  • Der Markt preist kein Risiko mehr ein
  • Das Platzen der Blase würde zu einer tiefen Depression führen

An den Anleihemärkten zeichnet sich die größte Blase der letzten 100 Jahre ab. Anleihevolumen von insgesamt 20 Billionen Euro liegt im negativen Bereich. Selbst hochverschuldete Staaten wie Italien können fast zu null Prozent refinanzieren. Das Platzen der Blase könnte zu einer tiefen Depression führen.

Anleihekurse erfahren eine dramatische Preisblase

Seit etwa 20 Jahren fallen Zinsen sukzessiv. Angefangen von der Hochzinsphase Ende der Siebzigerjahre führten insbesondere die Trends der Globalisierung dazu, dass Lohnniveaus immer weiter sanken und somit zu einer stets abfallenden Inflation führten. Hierdurch fielen letztlich auch Leitzinsen und mithin Marktzinsen. Rentierten Bundesanleihen Ende der Siebzigerjahre noch bei etwa 8 – 12%, fiel diese Rendite bereits bis zum Jahre 1999 auf etwa 6%. Die internationale Finanzkrise im Jahre 2008 führte letztlich dazu, dass Notenbanken ihre Zinsen weiter senkten, um das globale Wirtschaftswachstum am Leben zu halten und eine Rezession der gesamten Weltkonjunktur zu vermeiden. Insbesondere in den letzten 10 Jahren sind Zinsen daher weiter signifikant gefallen. Die dramatischsten Momente von Zinssenkungen begannen jedoch erst in den letzten Jahren. Insbesondere in der Eurozone führte das Handeln der Europäischen Zentralbank dazu, dass nicht nur Leitzinsen auf 0% und Einlagezinsen auf -0,4% gesenkt wurden. Auch kaufte die Europäische Zentralbank im Rahmen ihrer quantitativen Lockerungsprogramme Anleihen von Euroländern in substantieller Höhe und senkte die Renditen auf diese Anleihen hiermit deutlich. Dies führte dazu, dass Zinsen und Renditen auf Anleihen in der Eurozone in den letzten Jahren auf Rekordstände gesunken waren. Anleihen der Bundesrepublik Deutschland rentierten im zehnjährigen Bereich plötzlich negativ. Das letzte große Abfallen von Zinsen passierte jedoch erst in den letzten Monaten. Angefangen bei sich immer weiter hochschaukelnden Handelskonflikten zwischen den vereinigten Staaten und China nahm die Angst an den Kapitalmärkten immer weiter zu. Immer mehr Kapital floss in vermeintlich sichere Häfen wie Staatsanleihen. Angeheizt wurde dies erneut durch die Kommunikation der Europäischen Zentralbank, ihre Zinsen im September erneut senken zu wollen und weitere Instrumente zu nutzen, um die Inflation in der Eurozone zu erhöhen. Als Konsequenz hiervon haben Bundesanleihen nun ihr erneutes Allzeittief erreicht. Zehnjährige Anleihen rentierten in der letzten Woche bei -0,75%. Sogar dreißigjährige Bundesanleihen rentieren deutlich negativ. Das bedeutet, dass ein Investor bereit ist, ein Zinsprodukt zu kaufen, mit dem er 30 Jahre lang Verluste macht und sein Ertrag zusätzlich durch Inflation aufgezehrt wird.

Die Gefahr für die Weltmärkte ist immens

Die oben geschilderten Szenarien erscheinen für einen objektiven Leser nicht nur dubios, sondern sogar völlig unrealistisch. Aus welchem Grunde sollte ein Investor bereit sein, bei einer dreißigjährigen Anlage einen substantiellen Verlust zu erzielen? Die Antwort hierauf lautet: der Investor glaubt nicht, 30 Jahre lang Verlust mit dieser Anleihe zu machen. Er ist der Ansicht, dass er die Anleihe innerhalb weniger Monate oder Jahre zu einem noch höheren Preis an einen Dritten verkaufen könne. Und dieses Unterfangen bildet die Grundlage einer Blase. Immer dann, wenn Marktteilnehmer ein Produkt nicht kaufen, weil sie von ihm überzeugt sind, sondern nur deswegen, weil sie glauben, dass ein anderer ihnen einen noch höheren Preis hierfür zahlen würde, ist die Definition einer Blase. Nun handelt es sich bei dieser Blase jedoch nicht um einen kleinen neuen Markt oder um Immobilienkredite, die letztlich nur eine Volkswirtschaft treffen. Es handelt sich hier praktisch um die Staatsverschuldung der gesamten Welt, welche die Blase bildet. Die Größenordnungen sind hierbei schier unglaublich: 20 Billionen Euro in Staatsanleihen rentieren momentan negativ. Sollte diese Blase dahingehend platzen, dass Kurse von Staatsanleihen sinken, also Renditen steigen, würde dies das größte Refinanzierungsproblem der Geschichte bedeuten. Staaten wären innerhalb von kürzester Zeit nicht mehr in der Lage, ihre Schuldenlast zu bedienen. Eine massive volkswirtschaftliche Depression wäre die Folge. Aktienmärkte würden dramatisch fallen. Inhaber von Staatsanleihen würden massive Verluste ertragen. Wir gehen davon aus, dass dieses Szenario zu einer deutlich größeren Krise führen wird, als es bei der letzten Finanzkrise im Jahr 2008 der Fall war.

Was sollten Anleger tun?

Wir gehen davon aus, dass die oben geschilderte Blase platzen wird. So wie immer in der Geschichte der Finanzwelt ist es jedoch nicht klar, wann dies passieren wird. Wir gehen davon aus, dass das Abfallen der Zinsen noch nicht beendet ist, da Notenbanken ihre Instrumente noch nicht ausgeschöpft haben. Erst wenn der Markt davon ausgeht, dass beispielsweise die Europäische Zentralbank nicht in der Lage ist, das Problem niedriger Inflation zu bekämpfen, wird ein Misstrauen gegenüber der Zentralbank dazu führen, dass erste Anleihen verkauft werden. Dies wird sodann Folgeverkäufe mit sich ziehen, was letztlich zum Platzen der Blase führt. Anleger sollten zunächst einen kühlen Kopf bewahren und weiterhin im Aktienmarkt investiert sein. Unter keinen Umständen sollten jedoch Staatsanleihen gekauft werden. Zum einen ist die Rendite meistens negativ, zum anderen ist die Gefahr von Kursverlusten immens hoch.

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