USA: Wie schwer wird die nächste Rezession?

USA: Wie schwer wird die nächste Rezession?

Artikel im Überblick
  • Der Wirtschaftszyklus in den USA befindet sich im längsten Aufschwung seit 150 Jahren
  • Insbesondere niedrige Zinsen trugen zu stets steigenden Aktienkursen bei
  • Hohe Verschuldung und der Handelskonflikt mit anderen Ländern stellen große Gefahren dar
  • Eine Rezession wird deutlich schwerer ausfallen als die letzte in 2008

Die Wirtschaft der USA befindet sich im längsten steigenden Wirtschaftszyklus seit dem Jahre 1850. Haben niedrige Zinsen und das politische Befeuern der Wirtschaft stets zu hohen Wachstumsraten beigetragen, lauern Gefahren fast überall. Sollte die Stimmung kippen, droht der Aktienmarkt einzubrechen.

Der längste Wirtschaftszyklus seit 1850

Seit dem Jahre 2008/2009 befindet sich die USA in einem steigenden Wirtschaftsmomentum. Nachdem die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise im Jahre 2009 dazu beigetragen hat, dass Aktienkurse deutlich fielen und praktisch alle wirtschaftlichen Parameter auf jahrzehntelangen Tiefständen lagen, führte ein massives Eingreifen der amerikanischen Notenbank mit zahlreichen Lockerungsprogrammen dazu, dass die amerikanische Wirtschaft einen beeindruckenden Turnaround erlebte. Seit nunmehr 10 – 11 Jahren steigt nicht nur die amerikanische Wirtschaftsleistung, sondern auch die führenden Aktienbarometer, wie der Dow Jones Index oder der S&P 500 praktisch jedes Jahr. Die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten im Jahre 2016 hat ebenfalls hierzu beigetragen. Der amtierende US Präsident sorgte mit einer Steuerreform und vermeintlich gutem Wirtschaftsklima dafür, dass das das amerikanische Bruttoinlandsprodukt im letzten Jahr um über 3% stieg. Insgesamt haben wir es mit dem längsten stetigen Zeitraum eines Wirtschaftswachstums seit über 150 Jahren zu tun.

Gefahren lauern überall

Das scheinbar endlose Wirtschaftswachstum in den USA ist äußerst trügerisch. Wie der Nobelpreisträger und US-Ökonom Robert Shiller in einem kürzlichen Beitrag bemerkte, basiert das steigende Wirtschaftswachstum und die steigenden Aktienkurse substantiell auf niedrigen Zinsen und einer lockeren Handelspolitik. Beide Parameter kippen momentan. Zwar ist die amerikanische Notenbank noch weit davon entfernt, die Zinsen signifikant anzuheben. Ein Nullzinsniveau gibt es in den USA jedoch schon seit Jahren nicht mehr. Die größte Gefahr liegt doch wahrscheinlich in der Hand des US Präsidenten. Schwelende Handelskonflikte könnten dazu führen, dass Unternehmen ganze Businesspläne umwerfen und Investitionen, die die Wirtschaft dringend benötigt, zurückhalten. Dies könnte irgendwann zu einem derartigen Teufelskreis führen, dass nicht nur die amerikanische Wirtschaft in einen Abwärtssog gezogen wird, sondern mit ihr die gesamte Welt. Die Aktienkurse, insbesondere in den USA, stehen derart hoch, dass eine tiefe Rezession keinesfalls eingepreist ist. Die Märkte könnten also von einer Kettenreaktion bei wirtschaftlichen Parametern äußerst negativ überrascht werden. Da sie diese Gefahr praktisch nicht bepreisen, würde eine tiefe Rezession sicherlich – wenn nicht zu einem Crash – dann jedoch aber zu einem massiven Abfall von Kursen führen. Da die amerikanischen Börsenbarometer wiederum Auswirkungen auf ausländische Aktienindizes haben, würde dies dazu führen, dass Aktienkurse auf der ganzen Welt dramatisch fallen. Wir schätzen dieses Szenario als äußerst wahrscheinlich ein. Einzig der Zeitpunkt, wann dies geschieht, ist nicht klar. Sollte es zu einer kurzfristigen Einigung im Handelskonflikt kommen, könnte dies die Märkte natürlich weiter beruhigen, und Aktienkurse könnten wiederum für ein paar Jahre steigen. Irgendwann wird jedoch der Moment gekommen sein, dass die Wirtschaft, die unter einer immensen Schuldenlast leidet, schlechte Nachrichten nicht mehr einfach absorbieren kann. Dies wäre dann wirklich das Ende des längsten Aufschwungs aller Zeiten.

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