Entspannung im Handelskonflikt

Entspannung im Handelskonflikt

Artikel im Überblick
  • Nach langem Hin und Her kommt Bewegung in die Verhandlungen zwischen den USA und China
  • Es scheint sich ein Teilabkommen anzudeuten
  • Selbst eine Reduzierung bereits erhobener Zölle scheint möglich
  • Für eine Entwarnung ist es noch zu früh

Nachdem die USA und China monatelang ihre Rhetorik immer weiter eskalierten, deutet sich nun eine Entspannung im Handelskrieg an. Ein Teilabkommen zwischen den USA und China scheint möglich. Eine Eskalation ist jedoch weiterhin nicht ausgeschlossen.

Es kommt Bewegung ins Spiel

Über mehrere Monate hinweg eskalierte der Handelskonflikt praktisch wöchentlich. Immer wenn eine Entspannung absehbar war und Unterhändler von Fortschritten sprachen, torpedierte US Präsident Trump die Verhandlungen mit einem Tweet und sorgte für Unruhe an den Märkten. Strafzölle wurden erhoben, erweitert und erhöht. China reagierte stets mit Vergeltungsmaßnahmen. Eine Spirale hat so ihren Weg gefunden. Durch den Handelskonflikt wurde die Weltwirtschaft empfindlich gelähmt. Wirtschaftsindikatoren aus der Volksrepublik China deuten an, dass das Wirtschaftswachstum dort so niedrig ausfällt wie zuletzt vor 30 Jahren. Dies basiert nicht zuletzt darauf, dass aufgrund der Strafzölle die aus China exportierten Güter nun teurer werden, chinesische Firmen letztlich also weniger verdienen. Das amerikanische Wirtschaftswachstum scheint bisher nicht zu leiden. Zwar trübten sich früh Indikatoren ein, jedoch nicht so stark, wie dies erwartet worden wäre. Insbesondere der für die Konjunktur sehr ausschlaggebende Arbeitsmarkt in den USA zeigt sich sehr robust.

Nun deutet sich an, dass zwischen den beiden streitenden Parteien eine Konfliktlösung möglich ist. Unterhändler signalisierten, dass die Verhandlungen sehr zügig und gut geführt werden. Selbst Trump deutete an, dass es zu einem Teilabkommen kommen könnte. Chinesische Berichte, nach denen Zölle wieder gesenkt werden, werden vom US Präsidenten jedoch dementiert. An den Märkten zeigt sich eine klare Erholung. Der DAX hat innerhalb von wenigen Wochen um mehrere Prozent zugelegt. Die Rendite der deutschen Bundesanleihe ist ebenfalls deutlich gestiegen, was zeigt, dass der Markt nicht mehr von so großer Panik getrieben ist.

Eine Eskalation ist jederzeit wieder möglich

Der amerikanische Präsident Trump hat mehrfach gezeigt, dass selbst deutliche Spannungssignale nichts nutzen, wenn Trump diese mit einem einzigen Tweet jäh zunichtemacht. So lange daher das in Rede stehende Teilabkommen nicht von beiden Seiten unterschrieben ist, sollte der Markt jederzeit davon ausgehen, dass die Lage wieder kippen kann. Insgesamt sind wir dennoch optimistischer als noch vor ein oder zwei Monaten. Trump scheint innenpolitisch aufgrund des Impeachment-Verfahrens angegriffen und muss außenpolitische Erfolge nachweisen. Insbesondere im Wahljahr 2020 muss er seinen Wählern zeigen, dass er einen Erfolg gegen China errungen hat. Dies klappt am besten, wenn ein Handelsdeal vorliegt. Wir gehen daher im Ergebnis davon aus, dass es zu einer Teileinigung kommen wird. Diese wird nicht nur die Märkte weiter beflügeln, sondern auch dafür sorgen, dass die wirtschaftlichen Parameter wieder aufwärtsgerichtet sind.

Jordan Capital als Ihr unabhängiger Vermögensverwalter

Jordan Capital berät Sie in Zeiten des Handelskonflikts individuell und maßgeschneidert. Wir sorgen mit unserer unabhängigen Vermögensverwaltung dafür, dass Ihr Vermögen auch in Zukunft sicher angelegt ist.

Fotoquelle: shutterstock.com