Werden die Zinsen nun wieder steigen ?

Werden die Zinsen nun wieder steigen?

Artikel im Überblick
  • Nachdem Zinsen im Sommer 2019 ihr Allzeittief erreicht haben steigen sie nun wieder
  • Bereits jetzt liegt ein Zinsaufschlag von etwa 0,2% vor
  • Einen signifikanten Zinsanstieg erachten wir als unwahrscheinlich
  • Langfristig werden die Zinsen nicht derart niedrig bleiben

Im Sommer dieses Jahres haben Zinsen, insbesondere in Deutschland, ihr Allzeittief erreicht. Seitdem sind sie etwas gestiegen, im Einklang mit dem steigenden Aktienmarkt. Anleger sind dennoch gut beraten, das aktuelle Niveau zu nutzen.

Das Allzeittief war im Sommer erreicht

Nachdem insbesondere der Handelskonflikt im Sommer 2019 dramatisch eskalierte, haben Kreditzinsen in Deutschland ihr Allzeittief erreicht. Korrespondierend mit den Zinsen auf deutsche Bundesanleihen, welche praktisch allesamt im negativen Terrain rentierten, fielen Darlehenszinsen, zumindest im wohnwirtschaftlichen Bereich, deutlich unter 1%. Niedrigste Anbieter von Kreditzinsen haben Darlehen sogar im Bereich von 0,3 – 0,5% im zehnjährigen Bereich vergeben. Seitdem sind Kreditzinsen etwas gestiegen, im Durchschnitt etwa um 0,2 Prozentpunkte. Dies ist zwar ein durchaus signifikanter Anstieg, verglichen mit dem SommerDennoch sind die Zinsen historisch gesehen derart niedrig, dass Kreditnehmer die Situation weiterhin ausnutzen sollten. Natürlich sind zwischenzeitlich auch Preise von Häusern oder Wohnungen in Deutschland weiterhin gestiegen, nicht jedoch so stark, wie Kreditzinsen abermals gefallen sind. Bei der Finanzierung sollten Anleger natürlich beachten, dass die Zinsen nach Ablauf der Zinsfestschreibung steigen könnten. Eine lange Absicherung ist daher durchaus sinnvoll.

Wie werden die Zinsen in der Zukunft aussehen?

Entgegen der weit verbreiteten Ansicht, dass Zinsen auch in absehbarer Zukunft weiterhin auf derart niedrigem Niveau verweilen werden, gehen wir von einer gegenteiligen Marschroute aus. Deflationäre Tendenzen haben in den letzten Jahren dazu geführt, dass Zinsen und auch Kreditzinsen immer weiter fielen und sich nie merklich erholt haben. Insbesondere die hohe Verschuldung in den Industriestaaten führte dazu, dass notwendige Investitionen in die Wirtschaft nicht getätigt wurden und somit das Preisniveau rückläufig, zumindest aber nicht steigend war. Der Trend einer hohen Verschuldung und einer korrespondierenden Deflation könnte sich jedoch auch ins Gegenteil verkehren, nämlich dann, wenn das Vertrauen in die Preisniveaustabilität fällt. In diesem Falle könnten Anleger für eine Währung mehr Zinsen nicht deshalb verlangen, weil die Inflation steigt, sondern weil einfach das Risiko einer Instabilität zunimmt. Zwar gehen wir nicht davon aus, dass dieser Verlauf bereits in den nächsten Monaten oder Jahren eintreten wird. Die hohe Verschuldung in der Europäischen Union wird jedoch langfristig nicht rückläufig sein, sondern eher weiter steigen. Irgendwann wird der Punkt erreicht sein, an dem Investoren dieses Risiko bepreisen. Eine Bepreisung wiederum kann nur über einen steigenden Zins vonstattengehen. Auch das Vertrauen in Notenbanken wird in diesem Fall verloren gehen, diese wären also nicht mehr in der Lage, durch weitere Lockerungsprogramme das Vertrauen in die Währung zu stabilisieren. Langfristig gehen wir also von einem vielleicht sogar dramatischen Zinsaufstieg in der Eurozone und auch in Deutschland aus.

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